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Tote Ware verkaufen, verschenken, entsorgen: 6 Wege, dein Geld zurückzuholen

· 4 Min. Lesezeit

Für tote Ware gibt es sechs Wege: im eigenen Laden abverkaufen, online verkaufen, an den Lieferanten zurückgeben, an einen Restpostenhändler verkaufen, spenden und als letztes entsorgen. Geh sie in dieser Reihenfolge durch. Die ersten bringen mehr Geld, kosten aber Zeit. Die letzten gehen schnell, bringen aber wenig.

Ein Beispiel zieht sich durch: 48 Duftkerzen „Feige“, Einkauf 8,50 €, Verkaufspreis 19,90 €. Gebunden sind 408 €. Seit drei Monaten gehen drei Stück im Monat weg. (Wie du solche Artikel findest: Absatz toter Ware erkennen.)

1. Im eigenen Laden abverkaufen

Hier bekommst du fast immer am meisten zurück: keine Gebühren, kein Versand. Erst umplatzieren, dann reduzieren. Von 19,90 € bleiben nach 19 % Umsatzsteuer 16,72 €. Bei 13,90 € sind es 11,68 €, immer noch 3,18 € über dem Einkauf.

Oft besser als der Rotstift: ein Bündel. „Kerze, Streichhölzer und Karte für 22 €“ verkauft sich vor Weihnachten anders als eine reduzierte Kerze im Wühltisch. Und vermeide einen Laden voller „-50 %“-Schilder. Der verkauft auch die vollpreisigen Artikel schlechter.

2. Online verkaufen

Online erreichst du mehr Menschen, bekommst aber weniger pro Stück. Für Einzelstücke: Kleinanzeigen in Deutschland, willhaben in Österreich, tutti oder Ricardo in der Schweiz. Für Mengen: eBay. Hast du treue Follower auf Instagram, ist „Letzte Stücke, nur diese Woche“ oft am schnellsten und kostenlos. Lebensmittel kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum passen zu Too Good To Go.

Rechne den Aufwand mit: Fotos, Fragen, Post. Bei einer Kerze für 12 € lohnt sich das nur in Mengen, bei einem Keramik-Set für 80 € eher.

3. An den Lieferanten zurückgeben oder tauschen

Der am häufigsten vergessene Weg. Einen Anspruch hast du meistens nicht, aber viele Lieferanten tauschen, besonders wenn du gerade neu bestellst. „Ich nehme 30 Stück von der neuen Kollektion, können wir die 20 Kerzen vom letzten Jahr tauschen?“ Der Lieferant will die neue Bestellung. Rechne mit Teilgutschrift oder Tausch, nicht mit dem vollen Einkaufspreis.

4. An einen Restpostenhändler verkaufen

Alles auf einmal weg, eine Rechnung. Der Preis ist ein kleiner Bruchteil deines Einkaufs. Bietet ein Aufkäufer 2 € pro Kerze, sind das 96 € statt 408 €. Fühlt sich schlecht an, ist aber Geld auf dem Konto und ein freies Regal. Lohnt sich bei großen Mengen haltbarer Ware. Hol mehrere Angebote ein.

5. Spenden

Lebensmittel nehmen die Tafeln und Foodsharing-Gruppen, Non-Food zum Beispiel Sozialkaufhäuser oder in Deutschland innatura. Bargeld bringt das nicht, aber Platz und keine Entsorgungskosten. Sachspenden können umsatzsteuerlich relevant sein, und die Regeln sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verschieden. Frag vor größeren Spenden deine Steuerberatung.

6. Entsorgen und abschreiben

Abgelaufenes und Kaputtes muss weg. Dokumentier, was, wie viel, wann und warum, mit Foto. Dann kannst du den Verlust in der Buchhaltung abbilden. Ohne Beleg fehlt die Ware am Jahresende einfach.

Welcher Weg wann passt

WegWas zurückkommtAufwandPasst für
Abverkauf im Ladenmeist am meistengeringfast alles
Onlinemittelhoch pro StückEinzelstücke, höhere Preise
LieferantGutschrift oder Tauschein Gesprächaktive Lieferanten
Restpostenweniggeringgroße Mengen, haltbare Ware
SpendenPlatz, kein Geldgeringgute Ware, die keiner kauft
Entsorgennur steuerlichgeringwirklich kaputte Ware
Monat 12
  1. 1Abverkauf im Ladenmeist am meisten
  2. 2Online verkaufenmittel
  3. 3Lieferant: TauschGutschrift oder Tausch
  4. 4Restpostenwenig
  5. 5SpendenPlatz, kein Geld
  6. 6Entsorgennur steuerlich
Vereinfacht: Je länger tote Ware liegt, desto weniger Wege bleiben. Nach zwölf Monaten oft nur noch die unteren drei.

Für die Kerzen: drei Wochen am Eingang, dann 13,90 € und ein Weihnachtsbündel. Der Rest geht im Januar als Tausch zum Hersteller, oder zum Aufkäufer.

Der eigentliche Gewinn ist der Platz

Warten macht es außerdem schwerer. Je weniger Auswahl übrig ist, desto langsamer verkauft sich der Rest. Forscher haben diesen Effekt in ihre Modelle für den Abverkauf am Saisonende eingebaut und bei drei großen Handelsketten getestet (Smith & Achabal, 1998). Im Kleinen heißt das: Drei übrig gebliebene Kerzen in einer Ecke sehen nicht mehr nach Angebot aus, sondern nach Rest.

Wo 48 Kerzen standen, kann jetzt ein Kaffee stehen, der zehn Packungen pro Woche schafft. Dieser Meter Regal verdient dann in einem Monat mehr als die Kerzen im ganzen Jahr. Darum: früh anfangen. Nach drei Monaten stehen dir noch alle Wege offen, nach zwölf oft nur noch Restposten und Spende.

Quellen